Abschluss

Heute Abend findet die Abschlussveranstaltung der dreiwöchigen Ausstellung „Residenzpflicht – Invisible Borders“ um 18.00 Uhr in der Citykirche Koblenz statt. Der Abend steht unter dem Thema „Abschiebung im Kontext von Menschenrechten“ und wird durch eine Kurzdokumentation über die Situation eines von Abschiebung Betroffenen sowie einen Beitrag von Schwester Dr. Lea Ackermann, Gründerin und Vorsitzende des SOLWODI e.V., bereichert.

So nehmen wir nun Abschied – von einem Ort, an dem wir uns immer Willkommen gefühlt haben, von einem Projekt, welches uns ans Herz gewachsen und viel von unserer Zeit und Kraft abverlangt hat, teilweise auch von wundervollen Menschen, die wir im Laufe des Projektes näher kennen lernen durften, die uns geholfen, unterstützt und begleitet haben, von einer Zeit, die intensiv, voll Erfahrungen, Erlebnissen und Begegnungen war, die uns einiges lehrte – vor allem aber Mut zu haben, spontan zu sein und immer wieder über die eigenen – unsichtbaren, unbewussten – Grenzen hinaus zu gehen – weiter als bisheriger Tellerrand zu kommen und aus allen (vor allem Wetter-) Situationen das Beste herauszuholen.

Wir danken allen, die uns auf unserer Reise unterstützt und begleitet haben, uns mit Rat und Tat zur Seite standen, immer wieder ermutigten weiterzumachen, hinter uns standen und an uns, das Projekt und die Wichtigkeit der Thematik glaubten und uns in dem Vorhaben bestärkten, Grenzen und Raumkontrolle, Flucht und Asyl in Koblenz öffentlich zu machen und somit eine Plattform zu bieten, die weiterhin offen stehen wird für Dialog, Austausch, Diskussion, Impression und Expression, Erleben, Erfahren, verwundert innehalten und mit neuen Gedanken weitergehen.

Letzteres werden auch wir machen – verwundert innehalten aufgrund der Tatsache, dass unsere gemeinsame Reise nun wirklich schon vorbei sein soll – und voll neuer Gedanken weitergehen, eine neue Reise antreten und gespannt sein, wohin uns diese führen mag.

So verbleiben wir – mit leicht wehmütigem Abschiedsschmerz und voll Vorfreude auf unbekannte Wege
Das Invisible Borders Team Koblenz
Doro, Elena, Janina und Patrizia

Advertisements

WELCOME

Die Restwärme des Tages genießen, den Abend unter freiem Himmel ausklingen lassen und gemeinsam großes Kino erleben. Open-Air. An dem heutigen Abend locken nicht nur wunderschöne Grünanlagen und das beruhigende Plätschern eines Brunnens in die Symmetrie des Rathausinnenhofs der Stadt Koblenz, sondern vor allem das außergewöhnliche Angebot eines kostenfreien Kinos in der Koblenzer Innenstadt.

Der gezeigte Film greift die Thematik der Ausstellung auf und thematisiert sichtbare und unsichtbare Grenzen und damit einhergehend weltweite Grenzerfahrungen. Er ist ein Hinweis – laut und leise, direkt und indirekt, ästhetisch und ungeschminkt – auf die Existenz von Grenzen und der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten eines jeden, diese zu überwinden.

WELCOME

Bilal ist in Calais gestrandet. 34 Kilometer liegen zwischen ihm und England. Doch dass der Ärmelkanal auch ohne Kapitänspatent zu überwinden ist, haben kühne Kanalschwimmer seit dem Jahre 1875 immer wieder bewiesen. Wird dies auch Bilal gelingen? „WELCOME erzählt auf einfache Weise zwei gegensätzliche Liebesgeschichten, die sich an der absurden Weltordnung stoßen.“ Philippe Lioret (http://www.welcome-derfilm.de/)

Für alle, die sich fragen wo der Rathausinnenhof liegt – gegenüber des spuckenden Schängelbrunnens, neben der Sparkasse vor den Torbögen, die auf den Jesuitenplatz führen.

Neukölln Unlimited

Heute Abend findet das zweite Open-Air-Kino im Rahmen unserer Themenwochen statt.

Gezeigt wird der Film „Neukölln Unlimited“ – eine Dokumentation aus dem Leben Jugendlicher.

Der Film dokumentiert das Leben der Familie Akkouch. Diese findet gemeinsam aus jeder Krise einen Ausweg. Doch ein Problem scheint unlösbar: Die Akkouchs stammen aus dem Libanon und leben in Deutschland lediglich unter dem Status der Duldung. Die Abschiebung kann jederzeit erfolgen. „Neukölln Unlimited“ zeigt, welchen Einfluss dies auf das Familienleben hat. Ein Jahr lang begleitet die Kamera die Akkouchs in ihrem Alltag und beim alltäglichen Kampf um behördliche Anerkennung. (http://www.lfd-rlp.de/)

21.30 Uhr | Rathausinnenhof der Stadt Koblenz | bei schlechtem Wetter: Citykirche Koblenz

Das neue Asylbewerberleistungsgesetz

Asylbewerber und Asylbewerberinnen müssen ab sofort mehr Geld bekommen – dies entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Ab sofort und rückwirkend ab 2011 für alle noch nicht rechtskräftig ergangenen Bescheide gilt ein neuer – an SGB II und XII angepasster – Regelsatz für Asylsuchende.

Nähere Informationen unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesverfassungsgericht-spricht-asylbewerbern-mehr-geld-zu-a-845029.html

Das Team „Invisible Borders Koblenz“ begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und hofft auf weitere Zeichen seitens der Politik und Gesetzgebung hin zu einem einheitlichen Maßstab für Menschenwürde und Gleichbehandlung.

Wir und die Presse…

…haben uns angenähert – am Montag erschien ein Artikel zu der am Samstag stattgefundenen Kunstinstallation auf dem Jesuitenplatz – ein interessanter Tag voll Beobachtungen, Erfahrungen und der Entdeckung, dass Regeln viel zu oft unhinterfragt übernommen und befolgt werden – leider.

Hier der Artikel in voller Länge: http://www.rhein-zeitung.de/region/koblenz_artikel,-Koblenzer-Studentinnen-machen-auf-Lage-von-Asylbewerbern-aufmerksam-_arid,453684.html

Open-Air-Kino

Nachdem gestern „Fremde Haut“ aufgrund schlechter Wetterverhältnisse in der Citykirche gezeigt werden musste – und dennoch vollen Erfolg und starken Anklang verzeichnen konnte – hoffen wir morgen auf besseres Wetter, auf ein wahres Open-Air-Kino und noch mehr Besucher_innen, die einem Film unter freiem Himmel, bei fair-trade Cola und Club Mate nicht widerstehen können!

18.07.2012 | 21.30 Uhr | Neukölln Unlimited | Rathausinnenhof der Stadt Koblenz

25.07.2012 | 21.30 Uhr | WELCOME | Rathausinnenhof der Stadt Koblenz

Danke

an alle Helferinnen und Helfer, die uns die gestrige Vernissage durch ihren tollen Einsatz ermöglicht haben! An alle, die uns seit Beginn unseres Projektes zur Seite stehen, die während der Entwicklungsphase dazu gestossen sind, die immer noch hinter uns stehen und ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre!

Wir haben gestern dank Euch allen eine großartige Vernissage erleben dürfen – mit Redebeiträgen von Frau Lopez vom Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz, von Philipp und Stephan – stellvertretend für die Ausstellungsgruppe „Residenzpflicht – Invisible Borders“ und von Rudolf Hürth, dessen Werke die Ausstellung bereichern. Auch diesen gilt ein besonderer Dank für ihre Gedanken, die sie zu Beginn der Vernissage mit uns geteilt haben.

Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Vernissage, über viele bekannte und unbekannte Gesichter, über das Interesse an der Ausstellung und deren Thematik und den Zuspruch, den wir erfahren haben.

Im Sinne Marcuses: „Die subversive Qualität der Kunst liegt in ihrer Kraft, die Welt zu druchbrechen, um diesen Durchbruch zur sinnlichen Erfahrung zu machen. Sie setzt nichts Besseres anstelle des Bestehenden: Es ist das Glück und Leid, das Gute und Schlechte, Schöne und Häßliche im Bestehenden, das von seiner Verdinglichung und Verwaltung befreit zur Anklage und zum Versprechen wird – Versprechen, dass es anders sein kann.“ (Herbert Marcuse (2000): Kunst und Befreiung, Bd. 2 der nachgelassen Schriften, hg. von P.E. Jansen)